Redeangst

 
Die meisten Menschen haben Probleme, in der Öffentlichkeit zu reden. Wer kennt nicht das Herzklopfen vor dem ersten Satz. Der Puls rast, die Hände sind feucht, die Atmung wird schnell und flach, man verliert den Faden, die Gedanken kreisen um die Angst, Inhalte verschwimmen – der Auftritt droht zur Blamage zu werden. Präsentationen und Vorträge sind im Berufsleben an der Tagesordnung. So kann Redeangst zum Karrierekiller werden. Um das zu vermeiden und um die Redeangst in den Griff zu kriegen, stellt man sich ihr am besten mit System.

 

Zur Entspannung ruhig mal gähnen.

 
Lernen Sie die richtige Atemtechnik, Entspannungsmöglichkeiten, und halten Sie den inneren Film an. Innere Dialoge, voller Schriften an Sie selbst, laufen zumeist unbewusst ab. Diese gilt es zu finden, sich Überzeugungen und Wertvorstellungen noch einmal anzuschauen, sie an der Realität zu messen und dann umzuformulieren. Hilfreich ist dabei u.a. das mentale Training. Sportler nutzen diese Technik schon lange, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Auch bei der Redeangst ist diese Technik höchst wirksam.

 

Ergreifen Sie im Freundeskreis das Wort.

 
RedeangstTrauen Sie sich auch einmal im Freundeskreis, das Wort zu ergreifen, planen Sie regelrechte Diskussionsabende, bei denen Sie die Moderation übernehmen  oder laden Sie zu kleinen Vorträgen ein, bei denen Sie über das Land berichten, in dem Sie Ihren letzten Urlaub verbracht haben, oder sprechen Sie über Ihre phänomenalen Weinkenntnisse, die bisher niemand zur Kenntnis genommen hat.

 

Starten Sie am besten im kleinen Kreis.

 
Starten Sie am besten  im kleinen Kreis, indem Sie über sich selbst oder über etwas Alltägliches berichten. So gewöhnen Sie sich schon einmal daran, wie es sich anfühlt, wenn die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf Sie gerichtet ist. Später können Sie  dann die Gruppe vergrößern, oder Sie nutzen eine kleine Geburtstagsfeier, um eine Ansprache zu halten. Wichtig ist es, jede sich bietende Gelegenheit zum Üben wahrzunehmen und dadurch das Vertrauen in sich und seine Sprechfertigkeiten zu stärken.

Je größer die Runde wird, vor der Sie sprechen, desto exponierter Ihre Situation. Wenn sich alle Augen auf Sie richten, fühlen Sie sich schnell verunsichert. Auch das  können Sie üben:  Setzen Sie sich im  Theater ans Ende einer Reihe setzen und nach  15 Minuten gehen Sie raus, wobei alle, an denen Sie vorbei müssen, Ihnen Platz machen oder sogar aufstehen müssen – nach weiteren 10 Minuten kommen Sie wieder rein. Oder Sie laufen Sie rückwärts durch die Stadt, tragen Sie zwei verschiedenfarbige Strümpfe… Ihrer Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.
 
Allgemein gilt: Je unangenehmer die Situation, umso besser ist der Übungseffekt, der mit ihr verbunden ist. Und: Schauen Sie sich die Leute an, an denen Sie vorbeigehen. Registrieren Sie ihre  Reaktion, Sie müssen mal raus? Sie laufen rückwärts? Na und, stehen Sie zu sich – kein Mensch ist vollkommen!

 

Genießen Sie es im Mittelpunkt zu stehen.

 
Stellen Sie sich Ihrer Redeangst, setzen Sie sich mit ihr auseinander! Sie haben große Chancen, sie zu besiegen  und wenn sich erste Erfolge einstellen, der Vortrag Spaß gemacht hat, das Lob des Vorgesetzen eingeheimst  wurde, wer weiß, vielleicht verwandelt sich Ihr Redefrust dann sogar in Redelust und Sie genießen es, im Mittelpunkt zu stehen?!
 
 
 

1 Kommentar

  1. Petra Schlagenhauf
    Jan 10, 2013

    Per Zufall bin ich bei Facebook über Ihren Blogbeitrag gestolpert und er kam genau zur richtigen Zeit. Da ich kein Freund von Ansprachen und Reden bin, kam Ihr Tipp goldrichtig an.

    Ich musste letzte Woche einen 10 minütigen Vortrag über die Erstellung von Videofilmen zu meinen Referat halten und normalerweise zittern mir die Hände an dem Gedanken vor vielen Menschen zu reden. Auch wenn ich sie noch so gut kenne, es war für mich immer eine richtige Qual!

    Dank Ihren Tipps habe ich es geschafft ohne größere Probleme meinerseits diesen Vortag plausibel vorbringen zu können . Vielen Dank !
    Ich bin schon sehr gespannt auf weitere Beiträge von Ihnen und habe dieses Blog als Lesezeichen abgespeichert.
    P.S. Schade, das man bei Ihnen keine Blogbeiträge abonnieren kann. Richten Sie das noch ein?
    Mit ganz freundlichen Grüßen
    Petra Schlagenhauf

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